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Schutz öffentlicher Räume vor Überfahrtaten: Leitfaden für Kommunalverantwortliche

Quelle: Polizeiliche Kriminalprävention

Fünf Jahre sind bald vergangen seit dem schrecklichen Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche im Jahr 2016. Waren bis dahin solche Taten ein Phänomen extremistischer Terroranschläge, gelangte die Amokfahrt als sogenannte Überfahrtat zunehmend zum Instrument für andere Formen krimineller Handlungen, wie (erweiterte) Suizide oder Vergeltungstaten:

● 7. April 2018 Münster, vier Tote, mehr als 20 Verletzte;
● 1. Januar 2019 Bottrop, Essen, Oberhausen mit zehn Verletzten;
● 24. Februar 2020 Volkmarsen, 154 Verletzte;
● 17. Oktober 2020 Henstedt-Ulzburg, eine verletzte Person;
● 1. Dezember 2020 Trier, fünf Tote, 14 Verletzte.

Die Frage nach einem geeigneten Schutz von gefährdeten Orten ist also aktueller denn je. Viele Kommunen und Veranstalter sehen sich der Herausforderung gegenüber, ihre Plätze und Veranstaltungsräume gegen mögliche Fahrzeugangriffe zu schützen. Hinzu kommt der Anspruch, kein Unsicherheitsgefühl durch martialisch wirkende Sicherheitsmaßnahmen aufkommen zu lassen, sondern diese in das Stadtbild zu integrieren und damit dem Sicherheitsbedürfnis der Nutzer, Anlieger und Besucher zu entsprechen.

Wie also können sich Städte und Gemeinden gegen solche „Überfahrtaten“ schützen? Dazu hat jetzt die Polizeiliche Kriminalprävention unter dem Titel „Schutz vor Überfahrtaten“ einen Leitfaden mit einer Checkliste für Kommunalverantwortliche herausgegeben. Diese Handreichung soll den Verantwortlichen vor Ort als Leitfaden für die eigenverantwortliche Entwicklung von Strategien gegen sogenannte Überfahrtaten mittels mehrspuriger Fahrzeuge dienen.

Die Broschüre, an der auch Detlev Schürmann vom Vorstand des BSKI mitgearbeitet hat, erläutert die Rollen und Zuständigkeiten verantwortlicher Akteure, beschreibt in sechs konkreten Handlungsschritten die Erarbeitung eines Zufahrtsschutzkonzeptes und zeigt mit einem Gefährdungsbewertungsraster den Weg zur systematisierten Gefährdungsanalyse auf. Empfohlen wird, die Gesamtstrategie einschließlich der Auswahl der Produkte gemeinsam mit allen Prozessbeteiligten möglichst einvernehmlich abzustimmen. Die Polizei unterstützt diesen Planungs- und Umsetzungsprozess beratend mit ihrem Fachwissen.

Unter dem nachfolgenden Link können sowohl die „Handreichung“ als auch die „Checkliste Zufahrtsschutz“ sowie das „Gefährdungsbewertungsraster“ heruntergeladen werden:

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